Hypnose hat leider oft noch einen schlechten Ruf. Viele denken, daß sie in der Trance willenlos werden und Dinge tun, die sie nicht tun wollen. Diese Meinung wird mitunter immer wieder durch „Show-Hypnosen“ im Fernsehen und auf Ver- anstaltungen vertieft. Sich in einen Trancezustand zu versetzen gehört zu den Urerfahrungen der Menschheit. Die Meditationsrituale der indischen Yogis und Fakire gelten wohl als älteste Belege für Hypnose. Auch in den Hochkulturen der Griechen und Ägypter wurden von den Priestern tranceinduzierende Rituale zu Heilzwecken und zur Weissagung genutzt. Bei der Hypnose handelt es sich um ein natürliches Phänomen. Der Name Hypnose kommt aus dem  griechischen – dem Gott des Schlafes Hypnos. Je nach Wachheits- bzw. Schlafzustand des Menschen befindet sich das Gehirn in ver- schiedenen Zuständen (Gamma, Beta, Alpha, Delta, Theta). Man hat festgestellt, daß in der Hypnose der Alphazustand zunimmt, aber auch der Thetazustand kann zunehmen. Milton H. Erickson beschreibt den Begriff Hypnose wie folgt: „Hypnose ist ein Zustand intensivierter Aufmerksamkeit und Aufnahmefähigkeit mit einer erhöhten Reaktionsfähigkeit gegenüber einer Vorstellung oder einem Bündel von Vorstellungen.“ Man befindet sich in einem Zustand zwischen Schlaf und Wachsein. Es ist ein äußerst entspannender Zustand, der zum Streßabbau, zur Blockadenlösung und Erholung dienen kann. Es ist z. B. möglich Muster aufzudecken und zu verändern. Das vegetative Nervensystem schaltet in den parasymphatischen (Erholungs) Zustand um. Es kommt während der Hypnose u. a. zur Abnahme des Muskeltonus, periphere Gefäßerweiterung, Blutdrucksenkung und vertiefter Atmung. Indikationen für Hypnose sind z. B.: Streßabbau, Prüfungsangst, Mobilisierung eigener Ressourcen, Schlafstörungen, Leistungssteigerung, Phantomschmerzen, Flugangst, Süchte, etc. Autogenes Training gehört mit zu den Hypnosetechniken. Damit kann eine Tiefenentspannung des gesamten Organismus bewußt und willentlich herbei geführt werden. Der Mediziner Professor Johannes Heinrich Schultz entwickelte diese Methode Anfang des 20. Jahrhunderts. Er hat in seiner Praxis erfolgreich mit Hypnose gearbeitet und wollte seinen Patienten eine Möglichkeit an die Hand geben, sich selbst zu Hause zu helfen.
Hypnose und Autogenes Training